27. Juli 2022 · Von Darius Stan
Kaffee aus Kuba

Kuba besteht aus insgesamt mehr als 4.000 Inseln. Die größte von ihnen ist 1.250 Kilometer lang. Die Republik ist besonders von ihrer großen kulturellen Vielfalt geprägt. Französische, afrikanische, asiatische und spanische Einflüsse bestimmen die kubanische Lebensweise. Die Landschaft des Inselstaats ist vor allem von den zahlreichen Plantagen geprägt, auf denen Tabak, Zuckerrohr und natürlich Kaffee angebaut werden.
Über 250 Jahre Kaffeeanbau
Der erste Kaffee gelangte 1748 über die Insel Hispaniola nach Kuba. Bereits 1827 gab es rund 2.000 Plantagen. So wurde der Inselstaat schnell zu einem der wichtigsten Kaffeeanbieter weltweit. Selbst Zucker, bis dahin das wichtigste Exportprodukt, wurde bald von Kaffeebohnen überholt. Aufgrund der Revolution und der Wirtschaftssanktionen zogen jedoch die südamerikanischen Länder an Kuba vorbei. Auf Kuba wird überwiegend Arabica angebaut. Die häufigsten Sorten sind Villalobos und Isla 6-14.
Kaufberatung:
- Kaffee aus Kuba ist vor allem wegen seiner Aromen beliebt. Je nach Anbauregion schmeckt er kräftig rauchig oder mild. Kubanischer Kaffee ist auch international bekannt.
- Zu den bekannten Kaffees aus Kuba zählen Turquino, Estrella del Norte, Cubita und Serrano. Jede Sorte hat ein einzigartiges Geschmacksprofil.
Was ist das Besondere an Kaffee aus Kuba?
Kaffee wird auf Kuba in mittleren Höhenlagen angebaut, wo es besonders gute, nährstoffreiche Böden gibt. Dadurch können die Kaffeebohnen langsam reifen und eine natürliche, aromatische Süße entwickeln. Zugleich schmeckt kubanischer Kaffee rauchig und erinnert an kubanische Zigarren.
Der kräftige Kaffee wurde einst von französischen Kaffeebauern auf die Insel gebracht. Bereits Mitte des 18. Jahrhunderts wurden die ersten Kaffeeplantagen im Süden Kubas bewirtschaftet. Damals war Kuba das führende Kaffeeland. Heute werden 85 Prozent Arabica und 15 Prozent Robusta angebaut. In den 1960er-Jahren produzierten die Kaffeeplantagen bis zu 60.000 Tonnen Kaffee pro Jahr. Ein großer Teil des kubanischen Kaffees wurde damals in die Niederlande und auch nach Deutschland exportiert.
Nach der Kubanischen Revolution im Jahr 1959 ging die Jahresproduktion zurück. 1962 verhängten die USA ein Embargo, sodass kubanische Produkte nicht mehr importiert werden konnten. Nach dem Zerfall der Sowjetunion ging der Export von kubanischem Kaffee noch weiter zurück. Heute fällt die Ernte mit rund 10.000 Tonnen Kaffee pro Jahr sehr gering aus. Umso weniger ist das, wenn man bedenkt, dass der Kaffee aus Kuba gleichzeitig exportiert werden soll.
Im weltweiten Vergleich liegt Kuba mit rund 30.000 Hektar Anbaufläche unter den kaffeeanbauenden Ländern nur auf Platz 37. Frankreich und Japan zählen derzeit zu den größten Kaffeekäufern. Aber auch Deutschland, Großbritannien, Kanada und Neuseeland importieren kubanischen Kaffee.
Wegen seines vollmundigen Geschmacks ist Kaffee aus Kuba unter Kennern ein echter Geheimtipp. Die meisten Sorten haben wenig Säure, aber eine leichte Tabaknote. Viele Kenner beschreiben kubanischen Kaffee als rauchig oder rauchig-rustikal. Aufgrund der begrenzten Produktion ist er eine echte Rarität. Zu den bekanntesten Sorten zählen Turquino und Serrano
Welchen anderen Kaffeesorten ähnelt kubanischer Kaffee?
Wie bereits erwähnt, haben manche Kaffees aus Kuba ganz besondere, rauchige Aromen. Deshalb lassen sich ähnliche Kaffeesorten nur schwer benennen. Die Kaffeesorten Turquino und Serrano werden von Kennern besonders für ihre hohe Qualität geschätzt. Ihre Aromen erinnern an kubanische Zigarren – so lautet oft die Beschreibung.
Einige Bestandteile kubanischen Kaffees lassen sich zumindest mit denen aus anderen Ländern vergleichen. Die süßen Aromen erinnern an manche Kaffeesorten aus Hawaii. Die Kaffeesorte Estrella del Norte wächst ebenso langsam wie der Blue Mountain Kaffee aus Jamaika. Auch die Kaffeebohnen aus der Dominikanischen Republik sind sehr ähnlich, denn von dort stammt die erste Kaffeepflanze auf Kuba. Statt kubanischem Kaffee kannst du also die Sorte aus der Dominikanischen Republik probieren.
Geschmack und Aroma
Geschmack und Aroma hängen von der Anbauregion ab. Die einzelnen Regionen verleihen dem Kaffee seinen einzigartigen Charakter. Cubita ist beispielsweise milder als Turquino. Letzterer schmeckt kräftig und rauchig. Estrella del Norte hat einen vollen Körper und schmeckt nussig und schokoladig. Serrano hat leichte Karamellnoten und ein leichtes Aroma im Abgang. Die Nassaufbereitung verleiht kubanischem Kaffee also eine feine Note. Kubanischer Kaffee ist die richtige Wahl für alle, die säurearmen Kaffee mit feinen Aromen bevorzugen.
Anbau und Produktion
Anbau und Produktion unterscheiden sich je nach Region. Die drei größten Anbaugebiete unterscheiden sich durch ihre Höhenlage und klimatischen Bedingungen. Der nährstoffreiche Boden sorgt zusammen mit den klimatischen Bedingungen für einen langsameren Reifeprozess. Turquino wächst langsam in der Sierra Maestra. Dadurch erhalten die Bohnen ihren kräftigen, rauchigen Charakter. Das Gebirge Sierra Maestra gehört sogar zum UNESCO-Welterbe.
Die anderen Anbaugebiete Kubas liegen dagegen tiefer und haben ein tropisches Klima. Das bedeutet, dass die Bohnen dort schneller wachsen. Entsprechend schmecken sie deutlich milder. Die meisten Kaffeeplantagen liegen im Osten der Karibikinsel. Seit der Jahrtausendwende zählt das Gebiet sogar zum Welterbe, denn die Nähe zu Flüssen und Quellen erleichtert den Kaffeeanbau.
Unter welchen klimatischen Bedingungen wächst kubanischer Kaffee am besten?
Kaffeepflanzen auf Kuba brauchen ein warmes, feuchtes Klima, wie es vor allem in der Karibik herrscht. Deshalb bietet Kuba ideale Bedingungen für den Kaffeeanbau. Genau deshalb sind kubanische Kaffees international bekannt und zählen zu den begehrtesten Kaffeesorten der Welt.
Je nach Region gibt es auf Kuba unterschiedliche Klimazonen. Sie sind entscheidend für den individuellen und einzigartigen Kaffeegeschmack. Deshalb unterscheiden sich die Aromen kubanischer Kaffeebohnen. Wie du bereits weißt, liegen die größten Anbaugebiete im Südwesten und Nordosten. Das Klima wirkt sich besonders stark auf die Bohnen von Estrella del Norte aus, da sie in großen Höhenlagen angebaut werden. Dadurch reifen sie besonders langsam und entwickeln einen kräftigen, vollmundigen Geschmack.
Kaffee-Neuigkeiten in Ihrem Postfach
Neue Kaffees und Röstereien, Zubereitungs-Ratgeber und die besten Funde auf Cafendo. Kein Spam, jederzeit abbestellbar.